Archiv für November 2007

Onkel Hugo

Stefan Wirner zum „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“:

Man stelle sich vor, George W. Bush würde in den Vereinigten Staaten ein Verfassungsreferendum anordnen und die Bevölkerung darüber abstimmen lassen, ob auf einen Streich 69 von 350 Verfassungsartikeln geändert werden sollen: In ganz Deutschland käme es zu Kundgebungen vor US-Einrichtungen und zu „Friedensgebeten“. Besorgte Mahner würden landauf, landab davor warnen, dass Bush die Demokratie aushöhle und ein autoritäres Regime errichten wolle, wenn nicht gar den Faschismus. Das beschriebene Referendum findet am kommenden Sonntag statt, aber nicht in den USA, sondern in Venezuela. Präsident Hugo Chávez lässt über seine „bolivarianische Revolution“ abstimmen. 69 Artikel der Verfassung stehen zur Disposition: So soll die Wiederwahlbeschränkung für den Präsidenten aufgehoben werden (bisher kann er nur ein Mal wiedergewählt werden), die Unabhängigkeit der Zentralbank soll abgeschafft, die Unternehmensfreiheit eingeschränkt werden, und die Informationsfreiheit soll im Fall eines nationalen Notstandes aufgehoben werden können. Anfang November demonstrierten Tausende Studenten gegen dieses Vorhaben; sämtliche Oppositionsparteien und die katholische Kirche lehnen die Änderungen ab. Der Generalsekretär der sozialdemokratischen Partei Podemos, Ismael Garcia, spricht von einem „Staatsstreich gegen die bestehende Verfassung“.

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The Adventures of Old Indiana Jones

… könnte auch der Titel für den neuen Film sein.
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[via AICN]

Video: Tegan and Sara – The Con

Preview: Futurama: Bender’s Big Score

Hier die ersten 4 Minuten und 45 Sekunden aus der neuen, bisher nicht in D erhältlichen, Futurama DVD.

Christopher Hitchens: Gute Nachrichten aus dem Irak

Vor ein paar Wochen veröffentlichte Bartle Bull, der für Außenpolitik zuständige Redakteur der britischen Zeitschrift „Prospect“, einen kühnen Essay, in dem er schrieb, dass die Flut der Gewalt im Irak im Wesentlichen hinter uns liege und dass die Ebbe einige interessante Dinge ans Licht bringe.

Erstens hätten die Iraker als Volk in den Abgrund des Bürgerkriegs geblickt und sich vom Rand dieses Abgrunds zurückgezogen. Zweitens habe die Mehrheit der sunnitischen Araber eingesehen, dass ihre Verstickung mit Al-Qaida-Kräften kein patriotischer Aufstand gewesen sei, sondern vielmehr ein schrecklicher Fehler, der die Gesellschaft an die sadistischsten und niedrigsten Elemente der gesamten muslimischen Welt ausgeliefert habe. Drittens hätten auch die schiitischen Milizen begriffen, dass sie ihr Blatt überreizt haben. Zwar gebe es, so Bull, ein erschreckendes Maß an krimineller und asozialer Gewalt, im Wesentlichen aber habe man sich im Irak auf eine neue Linie geeinigt, wobei ethnische und soziale Kompromisse den Lauf der Dinge bestimmten und subversive Einmischung von außen nicht willkommen sei.

Den kompletten Kommentar gibt’s hier

Matthias Küntzel: Von Hitler zu bin Laden

Der erste Krieger, der Manhattan mit Selbstmordpiloten zerstören wollte, saß in der Tat in Berlin. „Nie habe ich Hitler so außer sich gesehen wie gegen Ende des Krieges, als er wie in einem Delirium sich und uns den Untergang New Yorks in Flammenstürmen ausmalte“, hielt Albert Speer in seinem Tagebuch fest. „Er beschrieb, wie sich die Wolkenkratzer in riesige brennende Fackeln verwandelten, wie sie durcheinanderstürzten, wie der Widerschein der berstenden Stadt am dunklen Himmel stand.“ Nicht nur Hitlers Fantasie, auch sein Plan, sie zu verwirklichen, erinnert an 2001: Kamikaze- Piloten sollten mit Sprengstoff beladene Kleinstflugzeuge ohne Landevorrichtung in die Wolkenkratzer von Manhattan jagen. Die Konstruktionszeichnungen des im Frühjahr 1944 von Daimler-Benz konzipierten „Amerika-Bombers“ liegen vor.

Der ganze Kommentar ist beim Tagesspiegel zu lesen

Video: 3x Freeway

Drei Videos aus dem neuen Album Free at Last zu den Liedern ‚It’s Over‘, ‚Lights Get Low‘ und ‚Still Got Love‘.


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Filmtip: Persepolis

Die Comicverfilmung “Persepolis” läuft seit Donnerstag in den einschlägigen, aber leider nicht in den Leipziger, Kinos. Mehr Infos gibt es hier, eine lesenswerte Kritik bei Philologisches Klo.

Hammerhead – Stay where the pepper grows

Hammerhead sind eine der wenigen deutschsprachigen Punk/Hardcore Bands mit denen ich je was anfangen konnte, deshalb hier der Trailer zum Re-release des ersten Albums Stay where the pepper grows

Video: Angels and Airwaves – Everything’s Magic

Der neueste Ohrwurm von Angels and Airwaves aus ihrem Album I-Empire. In der Kritik bei laut.de kommt es, wie bereits das letztjährige Album We Don‘t Need To Whisper, das bei mir auf Repeat lief, nicht sonderlich gut weg.