Dies schreibt Stephan Grigat in der letzten Ausgabe der Jungle World. Sein sehr lesenswerter Text befasst sich mit der Geschichte und dem Status Quo der antideutschen Kritik und ihrer Kritiker. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass der Grund für den Artikel die Wiederherstellung seiner Szene-Credibility sein könnte. Vor kurzem musste er sich nämlich in der Podiumsdiskussion „Kritik versus Realpolitik? Die Zukunft der Israelsolidarität“ (mp3-Download) einige Kritik von Justus Wertmüller (Redaktion Bahamas) gefallen lassen. Who knows?An den Rändern der antideutschen Kritik mag sich mittlerweile ein Milieu herausgebildet haben, in dem Kritik tatsächlich ersetzt wird durch Begegnungsprogramme mit israelischen Jugendlichen, den Import von israelischem HipHop oder die Unterstützung von »Israelischen Wochen« in den Lebensmittelabteilungen deutscher Kaufhausketten.
sehr realistische einschätzung.
ich fand den text teilweise ganz okay, allerdings finde ich diese unterstellung von israelsolidarität als teddybär, der eines tages abgelegt werden könnte, beleidigend für diverse pop-antideutsche, die diese haltung immerhin aus einer leisen ahnung von dem richtigen angenommen haben und nicht willenlos als diktat von außen.
und diese wiederholte gleichsetzung von „philosemitismus“, ein begriff, der ja ein phantom vergleichbar mit der „islamophobie“ ist, was grigat andererseits ja auch ansatzweise eingesteht, mit antisemitismus halte ich für erstaunlich unwissenschaftlich für einen lehrenden akademiker. ja, das private mag politisch sein, andererseits ist es tatsächlich privatsache, ob wer bock drauf hat, eine reise nach israel zu unternehmen oder kaffee aus einer mossad-tasse zu trinken.
dito.
vielleicht ist aber auch bei der kürzung des textes etwas verlorengegangen?
hast du schon die antwort ingo way und stefan wirner gelesen?
ne, muß ich noch abholen, die ausgabe. bin aber gespannt.
jetzt lässt man euch nicht mal mehr die mossad-tassen!