Gaza in Leipzig

Von mir unbemerkt fand gestern in Leipzig eine „Protestkundgebung gegen den israelischen Überfall auf die Hilfsgüter für den Gaza-Streifen“ statt, bei der es, laut L-IZ, zu folgenden Auseinandersetzungen mit israelsolidarischen Gegendemonstranten kam:

Und so fand gestern Abend auch in der Leipziger Innenstadt eine israelkritische Demonstration gegen die umstrittene Militäraktion statt. Am Rande der Versammlung, an der u.a. Vertreter der Partei „Die Linke“ sowie der SDS-Hochschulgruppe teilnahmen, kam es jedoch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Rund 150 Menschen hatten sich um 18.00 Uhr mit Palästina-Fahne und Plakaten versammelt, um ihren Unmut über die israelische Blockade des Hilfskonvois auf der Straße Kund zu tun.

Als sich eine Gruppe von 40 Personen samt Israelfahne dem Kundgebungsplatz näherte, soll der Anmelder der Veranstaltung die Polizei mit scharfen Worten angewiesen haben, diese von der Demonstration auszuschließen. Kurz darauf trafen die 150 Demonstrierenden am Augustusplatz auf eine weitere Gruppe von rund 20 Personen, die ihren Protest gegen die Demonstration zum Vorfall im Mittelmeer mit Rufen und dem Schwenken von Israelfahnen Ausdruck verliehen. Da schien die Toleranz seitens der Pro-Palästina-Demonstranten am Ende.

Unvermittelt erfolgte ein Angriff auf das kleine Grüppchen unter Zuhilfenahme von Holzlatten und Fußtritten. Laut einem Augenzeugen skandierten die Angreifer währenddessen „Israel – Kindermörder!“ Die Polizeibeamten, die die Demo begleiteten, werteten das Erscheinen der Demo-Kritiker als Störung der Versammlung und drängten sie laut mehrerer Augenzeugenberichte unter Anwendung von Pfefferspray auf das Gelände der Uni Leipzig ab.

Fünf Personen wurden anschließend von den Beamten erkennungsdienstlich behandelt und wegen Störens einer öffentlichen Veranstaltung angezeigt. Ausgesprochen zwiespältig jedoch scheint dabei, dass die Beamten ganz augenscheinlich bislang keine Maßnahmen gegen die eigentlichen Angreifer ergriffen haben.

Die „Leipziger israelsolidarische Linke“, ein Zusammenschluss von Einzelpersonen und Augenzeugen des Vorfalls, protestiert heute gegen die Attacken vom getrigen Abend in einer versandten Pressemitteilung: „Dieses Bündnis machte seinen humanitären Anstrich lächerlich, indem es in seinen Reihen brutale Angriffe auf friedliche KritikerInnen ebenso duldete wie antisemitische Ausfälle. Wir protestieren gegen die Ignoranz der Leipziger Polizei gegenüber diesen Vorfällen – trotz der von Anfang an offensichtlichen Gewaltbereitschaft vieler Teilnehmer der Kundgebung, die auch Todesdrohungen enthielt.“

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3 Antworten auf “Gaza in Leipzig”


  1. 1 tias 04. Juni 2010 um 9:38 Uhr

    ich habe es leider erlebt! war echt krasse situation… bin noch immer sprachlos über das geschehene. mehr dann heute abend.

  2. 2 Frank P 05. Juni 2010 um 21:01 Uhr

    habe nur mitbekommen das Demo Teilnehmer Kindermörder Israel gerufen haben, fand ich albern, von den Angriffen mit Holzlatten habe ich während der ganzen Demo nichts mitbekommen

    zu der hier aufgeführten Pressemitteilung von der„Leipziger israelsolidarischen Linken“

    “ indem es in seinen Reihen brutale Angriffe auf friedliche KritikerInnen ebenso duldete wie antisemitische Ausfälle.“

    ich fände es schön wenn sich die „Leipziger israelsolidarische Linke“ erstmal informiert was Antisemitismus ist und nicht einfach den Begriff für alles und jedes verwendet.

    die Semiten sind eine Sprachfamile
    von Äthiopiern Eritrearn Syriern Türken Lybiern Juden Palestinensern,
    dadurch bedingt sind Antisemiten Menschen die durch Ihr Rassistisches Denken alle Menschen die zu dieser Sprachfamilie gehören ablehnen.

    insofern können die Demo Teilnehmer gar keine Antisemiten sein damit würden Sie sich selbst negieren.

  3. 3 Frank P 05. Juni 2010 um 21:22 Uhr

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