Moby = Dick

Moby outet sich in einem Interview mit der Zeitschrift Kochen ohne Knochen, als klassischer Sozialdarwinist:

Wer gebildet und erfolgreich ist, der raucht nicht. In den großen Firmen raucht keiner mehr, mal abgesehen von den Leuten in der Poststelle der ein paar Sekretärinnen. Vom Führungspersonal raucht niemand mehr, denn Rauchen wird als Zeichen von Schwäche angesehen. Ich finde es gesund und es macht Sinn, nicht zu rauchen. Ich verurteile Raucher ja nicht, aber es ist einfach ein dummes Verhalten. Und es ist ja nicht einmal eine Droge, die Spaß macht. Eine Führungskraft, die hier und da mal etwas Kokain schnupft, ist eher akzeptiert als eine, die raucht. Rauchen ist einfach nur noch eine ungesunde Zeitverschwendung. Deshalb ist es für mich auch immer ein Kulturschock, wenn ich nach Europa komme und so viele gebildete, erfolgreiche Leute rauchen sehe. Solche Menschen gibt es in den USA nicht mehr, und die Leute, die heute vor einem Bürogebäude stehen und rauchen – drinnen ist es nirgendwo mehr erlaubt – sind die, die in der Poststelle arbeiten und jene, die offensichtlich Probleme haben und wohl bald ihren Job verlieren.

Und wenn jemand Fleisch essen will, dann soll er das tun. Allerdings: Warum sollen wir als Gesellschaft dafür gerade stehen, wenn er deshalb krank wird? Das ist für mich die große, wichtige Frage! Wer jeden Tag zwei Packungen Zigaretten raucht und nur bei Burger King isst, wird ziemlich sicher mit 55 sehr krank sein. Warum sollen dann wir, die Leute, die sich um ihre Gesundheit gekümmert haben, die Krankenhausrechnungen für seine Herz-Bypass-Opera-
tion bezahlen? Ich wurde so erzogen, dass jeder für sich selbst Verantwortung übernimmt. Klar, wir sollten uns als Gemeinschaft um Menschen kümmern, die krank sind. Aber muss das auch für Menschen gelten, deren schlechtes Verhalten sie krank gemacht hat und die daran auch nichts ändern wollen? Ich kenne einen DJ aus New York, der ist Alkoholiker und hat eine Lebertransplantation bekommen. Und der säuft jetzt einfach weiter! Warum sollte sich die Gesellschaft weiter um so jemanden kümmern? Wenn ich mir einen Ziegelstein immer wieder absichtlich ins Gesicht ramme, dann erwarte ich ja auch nicht, dass der Staat sich dann um mich kümmert. Wir sind doch alle erwachsen, und ich mag diese Idee nicht, dass wir wie Kinder sind, um die sich Vater Staat kümmert. Nein, der Staat sollte dann eingreifen, wenn Menschen sich nicht mehr selbst um sich kümmern können, ansonsten muss jeder selbst mit den Folgen seines Handelns klarkommen.

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