Archiv für Mai 2012

Poster: The Dark Knight Rises

the dark knight rises poster 3
(via IMP Awards)

Gerhard Polt: Der Schubidu

Mark Kermode: The Great Trailer Debate

30 Asiatische Riesenhornissen gegen 30.000 Honigbienen


(via)

Plus ça change, plus c‘est la même chose

So schrieb F.W. Selbach bereits 1910 in Kinematograph und Volksbildung (zitiert nach Kreimeier, 20111):

Die Kinematographen haben uns in vieler Beziehung sehen gelernt. Heute, wo man nicht mehr zu Fuss gemütlich die Gegenden durchwandert, sondern zumeist mit der Bahn dahinfliegt, ist vielen von uns die Beschaulichkeit abhanden gekommen. Es gehört heutzutage ein rascher Blick für das Wesentliche und Charakteristische einer Landschaft, um sie vom Coupeefenster aus und aus dem Automobil zu erfassen.Der Kinematograph, der gleichsam die Tätigkeit unseres Auges wiederholt, hat unseren Blick in dieser Hinsicht geschärft und ihn für Schönheiten empfänglich gemacht, die uns vielfach sonst im raschen Vorübergleiten entgangen wären. Auch macht er uns mit der Technik unseres eigenen Sehens und dessen Unvollkommenheiten vertraut.

  1. Kreimeier, Kraus: Traum und Exzess. Wien 2011. S. 7 [zurück]

Videoessay über die Filme von Christian Petzold

Normalerweise kann ich mit deutschen Film- und Fernsehproduktionen nicht viel anfangen. Eine der Ausnahmen dieser Regel bilden jedoch die Filme von Christian Petzold. So ist auch Barbara, der für mich bisher beste Film dieses Jahr. Weshalb es mich auch nicht verwundert hat, dass er beim deutschen Filmpreis, trotz zahlreicher Nominierungen, fast leer ausging. Was Petzolds Fime auszeichnet zeigt Kevin B. Lee im folgenden Videoessay.

Gerhard Polt: Ein Spitzenwein

Trailer: Argo

Ben Afflecks neuer Film befasst sich mit der Iran hostage crisis. Er zeigt die geplante Operation zur Befreiung der Geiseln.

Jimmy Kimmel: Hollywood Blvd. Avengers

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Über das deutsche Gegenwartskino

Dominik Graf in der Zeit [via]:

Der deutsche Film wirkt trotz seines stetig zunehmenden formalen Könnens in der überwiegenden Masse wie eine Palette von Besinnungsaufsätzen. Der Ton der Filme scheint sich anzugleichen. In der Inszenierung regieren der flach gehaltene Ball, möglichst wenig Filmmusik und das Diktat von (oft grandioser) Authentizität in Schauspiel und Kameraführung. Im Einzelnen ist das imponierend – doch in der Menge ergibt sich ein irritierend monotoner Eindruck. Zu viel Kunst, zu viel gute Absicht? Nicht unproblematisch für die notwendigen Alleinstellungsmerkmale all solcher Filme auf dem Markt.

Früher machte es Spaß, gegen ein kommerziell plattnasiges teutonisches Filmproduzieren à la Zwei Supernasen auf dem Weg zur Hölle aufzubegehren. Heute muss man vielleicht die trivialeren Formen des deutschen Kinos verteidigen, denn sie wirken wie eine bedrohte Tierart.

Der Verlust an Trivialität ist dramatisch. Die selbst gewählte Seriosität des deutschen Gegenwartsfilms widerspricht der Sehnsucht nach Spektakel, nach brüllendem Gelächter, nach Jahrmarkts-Schock – alles Grundwesenszüge des Kinos. Negiert wird der böse, kreischende Anteil filmischen Erzählens, jener kreativ explosive Todestrieb, der stets auch zu herrlich »schlechten« Filmen führte.

Das, wofür Barbara von den Oberlehrern belobigt wird, nämlich sein Umgang mit DDR-Hinterlassenschaften, erledigt er unterwegs. Mit Petzolds Yella (2007) – bildet der Film eine Art Mini-Chorus. Beide stimmen den Gruftgesang der Verlierer des zerstörerischen Aufbaus Ost an – sind dabei aber zutiefst inspiriert vom amerikanischen B-Movie.