Plus ça change, plus c‘est la même chose

So schrieb F.W. Selbach bereits 1910 in Kinematograph und Volksbildung (zitiert nach Kreimeier, 20111):

Die Kinematographen haben uns in vieler Beziehung sehen gelernt. Heute, wo man nicht mehr zu Fuss gemütlich die Gegenden durchwandert, sondern zumeist mit der Bahn dahinfliegt, ist vielen von uns die Beschaulichkeit abhanden gekommen. Es gehört heutzutage ein rascher Blick für das Wesentliche und Charakteristische einer Landschaft, um sie vom Coupeefenster aus und aus dem Automobil zu erfassen.Der Kinematograph, der gleichsam die Tätigkeit unseres Auges wiederholt, hat unseren Blick in dieser Hinsicht geschärft und ihn für Schönheiten empfänglich gemacht, die uns vielfach sonst im raschen Vorübergleiten entgangen wären. Auch macht er uns mit der Technik unseres eigenen Sehens und dessen Unvollkommenheiten vertraut.

  1. Kreimeier, Kraus: Traum und Exzess. Wien 2011. S. 7 [zurück]
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