Schlafen statt Pennen!

Magnus Klaue in der Jungle World:

Die lässig hingeworfene Frage, bei wem man denn heute pennen könne, an der Gewohnheitsstudenten und Freizeitlinke einander zu erkennen pflegen, zeugt nicht von sympathischer Bedürfnislosigkeit und Spontaneität, sondern von vollzogener Anpassung an eine Welt, in der sich die Menschen buchstäblich um ihren Schlaf bringen. Pennen ist Schlafen in Armut und Unfreiheit, nichts als glückloser Vollzug eines Naturzwangs, kein Geschenk, das man entgegennimmt, sondern ein kärgliches Schicksal, in das man sich fügt. Die intime Konzentration des glücklich Schlafenden aber, der der Welt verloren gegangen und doch ganz bei sich selber ist, existiert im Bewusstsein der meisten Menschen nur noch als Erinnerung an eine Kindheit, von der man nicht einmal weiß, ob man sie jemals hatte.

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