Archiv der Kategorie 'politics'

Wer den Schaden hat…

Die Bonjour Tristesse sagt au revoir und gibt der Phase 2 zum Abschied noch einen mit [via Gegenkritik]:

Liebe Leser_innen der Phase2,
Zu unserem Bedauern haben wir erst nach Druck der Ausgabe bemerkt, dass sich in dem Artikel »Suburban Alien«, den uns eine Julia Reiter angeboten hatte, nicht nur Fehler befinden, sondern im Artikel anscheinend zitierte Texte frei erfunden wurden. Wir müssen annehmen, dass es sich bei dem Artikel um einen Fake handelt. Warum sich jemand die Mühe macht, einen Artikel zum Geschlechterverhältnis in der Fernsehserie Alf zu schreiben und sich hierfür Literatur ausdenkt, erschließt sich uns nicht.
Wir, die Phase2 Redaktion, haben im Laufe der Artikeldiskussion mehrfach mit der Autorin kommuniziert, sie um Präzisierungen gebeten, Positionen nachgefragt und auch darauf verwiesen, dass uns die angeführte Literatur und die Praxis der Bezugnahme darauf nicht überzeugt. Wir haben uns nach langer Diskussion (der Artikel war uns schon für die vorherige Ausgabe angeboten worden) und mehrmaligen Hin und Her trotz unserer Bedenken dafür entschieden, den Artikel abzudrucken.
Wir diskutieren alle uns zugesandten Artikel ausführlich, denn wir wollen respektvoll mit Zeit und Mühe unserer Autor_innen umgehen. Häufiger müssen wir dabei abwägen, ob ein Artikel Platz in der Phase finden soll oder nicht. So gibt nicht jeder Text in der Phase die Position der Redaktion wieder. Das ist zwar ausdrücklicher Teil unseres Zeitschriftenkonzepts, bedeutet aber selbstverständlich nicht, dass wir jede absurde Position abdrucken. Außerdem wollen wir nicht nur professionell Schreibenden die Möglichkeit geben, sich politisch zu artikulieren. Der bisweilen daraus folgende Spagat zwischen dem Inhalt und der Form eines Textes gelingt nicht immer. In diesem Fall fanden wir, dass das Thema und der Text als ›leichte Lektüre‹, ihren Platz haben können.
Unsere Autor_innen genießen unser Vertrauen. Wir wären nicht auf die Idee gekommen, dass es irgendjemandem so wichtig ist, Schabernack mit der Phase 2 zu treiben. Offensichtlich waren wir zu gutgläubig. Unser Fehler war offenbar, dass wir uns mit einer schlechten ersten Version lange auseinandergesetzt haben, um den Artikel zu verbessern, auch überarbeitete Versionen nochmals an die Autorin zurückgegeben haben und ihn am Ende nicht mehr ablehnen wollten. Wir haben es außerdem versäumt die Literaturangaben zu überprüfen.
Wir hoffen, dass Menschen in Zukunft, wenn sie zu viel Zeit haben, nicht auf die Idee kommen, sie uns zu klauen, sondern lieber Fernsehen, zum Beispiel Alf.
Genaueres gibt es auf der Abschiedsparty der Bonjour Tristesse zu hören:
Fünf Jahre sind genug. Über die Provinz ist alles gesagt und alles geschrieben. Aus Anlass des Erscheinens der dreizehnten und letzten Ausgabe sollen fünf Jahre Bonjour Tristesse gefeiert werden. In einem Vortrag soll allen Freunden und Gegnern der Bonjour Tristesse erklärt werden, warum sie von nun an wieder selber denken müssen. Vor allem aber soll gezeigt werden, was passiert, wenn sich eine Zeitschrift nicht rechtzeitig von ihrem Publikum verabschiedet. Anhand des Leipziger Antifa- und Jungakademiker-Blattes »Phase 2« soll deshalb ausgeführt werden, wie es um linke Medien in Deutschland bestellt ist und wie ausgerechnet ein schrulliger Außerirdischer es schaffen konnte, zum inoffiziellen Ehrenbürger der Heldenstadt zu werden.

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Dokumentation: Britain’s Gay Footballers

Amal Fashanu versucht zu erkunden, warum sich außer ihrem Onkel Justin, bisher kein britischer Fußballer zu seiner Homosexualität bekannt hat.

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Veranstaltungstipp: Zur Lage Israels nach dem »Arabischen Frühling«

Die politische Situation in der arabischen Welt hat sich im letzten Jahr grundlegend gewandelt. Nach dem Sturz der Diktaturen in Tunesien, Ägypten sowie den Aufständen in Bahrain, dem Jemen und in Syrien keimte seit langer Zeit wieder Hoffnung in einer Region auf, die sich in den letzten Jahrzehnten vor allem durch gesellschaftliche Stagnation auszeichnete.

Die israelische Regierung reagierte jedoch von Beginn an skeptisch auf die Entwicklungen und in der Öffentlichkeit begann eine Debatte darüber, ob die Sicherheitsinteressen des Landes mit einer grundlegenden Demokratisierung der arabischen Länder vereinbar sind.

Auch wenn der Ausgang des arabischen Frühlings noch nicht abzusehen ist, scheint sich diese skeptische Haltung zu bestätigen. In allen Ländern, in denen diktatorische Regimes gestürzt wurden, haben sich Islamisten zur stärksten politischen Partei entwickelt. In Ägypten konkurrieren gar radikale Islamisten wie die Muslimbrüder mit noch radikaleren Salafisten darum, wer die Regierung stellt.

Die liberalen, fortschrittlichen Kräfte, die anfangs eine wichtige Rolle in der ‚Facebook-Revolte’ spielten, wurden an den Rand gedrängt und sind kaum mehr wahrnehmbar.

Was bedeutet die Entwicklung in der arabischen Welt für Israel? Wie steht es um die Sicherheitsinteressen und den Friedensvertrag mit Ägypten? Gibt es noch Anzeichen für eine mögliche Liberalisierung der arabischen Länder, die sich langfristig positiv für Israel auswirken könnte?

Diese und weitere Fragen sollen an diesem Abend mit Tal Gat diskutiert werden, dem Leiter der Abteilung Öffentlichkeit der Israelischen Botschaft in Deutschland.

Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus in Zusammenarbeit mit dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Dienstag, 7.2.2012, 19:00 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum (Grimmaische Str. 6, 04109 Leipzig)

Christopher Hitchens 1949-2011

Christopher_Hitchens

Christopher Hitchens ist am Donnerstag im Alter von 62 Jahren verstorben. Aus den Massen an Nachrufen habe ich ein paar Auszüge zusammengestellt:

Peter Hitchens:

The one word that comes to mind when I think of my brother is ‘courage’. By this I don’t mean the lack of fear which some people have, which enables them to do very dangerous or frightening things because they have no idea what it is to be afraid. I mean a courage which overcomes real fear, while actually experiencing it.

Salman Rushdie:

Goodbye, my beloved friend. A great voice falls silent. A great heart stops. Christopher Hitchens, April 13, 1949-December 15, 2011.
Stephen Fry:
Goodbye, Christopher Hitchens. You were envied, feared, adored, reviled and loved. Never ignored. Never bested. A great and marvellous man

Tony Blair:

Christopher Hitchens was a complete one-off, an amazing mixture of writer, journalist, polemicist, and unique character. He was fearless in the pursuit of truth and any cause in which he believed. And there was no belief he held, that he did not advocate with passion, commitment and brilliance. He was an extraordinary, compelling and colourful human being whom it was a privilege to know.
Ian McEwan:
His unworldly fluency never deserted him, his commitment was passionate, and he never deserted his trade. He was the consummate writer, the brilliant friend. In Walter Pater’s famous phrase, he burned „with this hard gem-like flame“. Right to the end.
June Thomas:
Hitchens’ writing style defied editorial intervention. Consequently, he reduced editors to fact-checkers. He had a prodigious memory, but his head wasn’t just stuffed with lines of poetry and tables of arcane facts: Apparently, he could also recall chunks of prose from the New York Times more or less accurately. Shortly after the news of Sen. Larry Craig’s arrest in an airport men’s room broke, Hitchens filed the piece that for me best exemplifies the breadth of his interests and the completeness of his recall—it contained quotes from an obscure academic work, recollections of hilariously profane bathroom graffiti, remembered conversations with British politicians, and lines of satirical verse published decades earlier.
Graydon Carter:
Christopher was the beau ideal of the public intellectual. You felt as though he was writing to you and to you alone. And as a result many readers felt they knew him. Walking with him down the street in New York or through an airplane terminal was like escorting a movie star through the throngs.
Hannes Stein:
Kein Zweifel: Der Heilige, gesegnet sei Er, hat Christopher Hitchens sofort nach seiner Ankunft in der anderen Welt um ein Autogramm gebeten.

Jeffrey Goldberg:

I don‘t think he would mind my saying that I thank God for the privilege of having known him.
Tammy Haddad:
Last year I asked him if he would talk to a young writer, Graham Moore, who had just signed with Jonathan Karp at Hitch’s publisher, TWELVE. Hitch guided Moore through the publication of the best selling novel, The Sherlockian. During a book party for The Sherlockian at Vice President Biden’s home, Moore got to meet and thank Hitch for his mentoring. Despite serious health challenges, Hitch was determined to go and finally meet his protégé in person; and in the company of all who glitter in Washington no one twinkled more than Hitch, with Carol and his kids at his side.
Hugh Hewitt:
We spent a great deal of time discussing God, and I hope and pray I am correct in my views and that he can concede to me on that subject when we meet again.
NPR:
As to his early death, Hitchens told NPR he had been „dealt a pretty good hand by the cosmos, which doesn‘t know I‘m here and won‘t know when I‘m gone.“
Andrew Sullivan:
I‘d asked him last year to write a letter to the Immigration Services sponsoring me to finally become a permanent resident of the United States. Who better than my fellow Englishman immigrant of the last 25 years? A while later, he emailed:

“Safely in the U.S. mail. I managed to say that your faith had allowed you to extend a warm hand to so many of your fellow men, and then remolded that bit to make it sound a touch less close to the heart’s desire.

Brunch? Sunday? Smooch Hitch”

I responded,

“lol. many many many thanks. an honor. brunch sounds great. we tend not to be conscious till around noon, tho. xx a”

He replied:

“Dearest Andrew I always think of Sunday lunch as beginning at about 2.30 („a lavish and ruminative feast“, as Waugh says about elevenses). Want to come here?”

Yes, I do, Hitch. Yes, I do.

Without a Hitch – a pictorial eulogy of Christopher Hitchens.

Zum Abschluß ist hier noch sein Auftritt in der Talkshow Q&A, während seiner Promotour zu God is Not Great: How Religion Poisons Everything, zu sehen.

Stephen Fry & friends on the life, loves and hates of Christopher Hitchens


(via Open Culture)

Roseanne macht sich für die Rückkehr der Guillotine stark

„I do say that I am in favor of the return of the guillotine and that is for the worst of the worst of the guilty.

„I first would allow the guilty bankers to pay, you know, the ability to pay back anything over $100 million [of] personal wealth because I believe in a maximum wage of $100 million. And if they are unable to live on that amount of that amount then they should, you know, go to the reeducation camps and if that doesn‘t help, then being beheaded,“ Barr said with a straight face.

(Real Clear Politics, via The Daily Dish)

Christopher Hitchens on Books & Ideas

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10 Years

10 Years since 9/11

(via Witness and Response: September 11 Acquisitions at the Library of Congress)

Jud Süß (1934)

Nicht zu verwechseln mit dem Nazi-Propagandawerk. Dies ist die Verfilmung von Leon Feuchtwangers gleichnamigen Roman mit Conrad Veidt in der Hauptrolle. Hier hatte ich schon mal über den Film gebloggt. Leider ist die Qualität nicht die beste, da der Film jedoch bisher nicht wiederveröffentlicht wurde, gibt es ihn, Youtube sei Dank, wenigstens endlich zu sehen.

Ein paar (fast) vergessene Links