Archiv der Kategorie 'zitate'

David Foster Wallace über Ambitionen

„Any student whose deployment of a semicolon is not absolutely Mozart-esque knows that they‘re going to get a C in my class.“

(The Lowdown, via NPR)

David Foster Wallace über Sportler-Interviews

This stuff is stupefying, and yet it also seems to be inevitable, maybe even necessary. The baritones in network blazers keep coming up after games, demanding of physical geniuses these recombinant strings of dead clichés, strings that after a while start to sound like a strange kind of lullaby, and which of course no network would solicit and broadcast again and again if there weren‘t a large and serious audience out here who find the banalities right and good. As if the emptiness in these athletes‘ descriptions of their feelings confirmed something we need to believe.

aus dem Essay How Tracy Austin Broke My Heart

Plus ça change, plus c‘est la même chose

So schrieb F.W. Selbach bereits 1910 in Kinematograph und Volksbildung (zitiert nach Kreimeier, 20111):

Die Kinematographen haben uns in vieler Beziehung sehen gelernt. Heute, wo man nicht mehr zu Fuss gemütlich die Gegenden durchwandert, sondern zumeist mit der Bahn dahinfliegt, ist vielen von uns die Beschaulichkeit abhanden gekommen. Es gehört heutzutage ein rascher Blick für das Wesentliche und Charakteristische einer Landschaft, um sie vom Coupeefenster aus und aus dem Automobil zu erfassen.Der Kinematograph, der gleichsam die Tätigkeit unseres Auges wiederholt, hat unseren Blick in dieser Hinsicht geschärft und ihn für Schönheiten empfänglich gemacht, die uns vielfach sonst im raschen Vorübergleiten entgangen wären. Auch macht er uns mit der Technik unseres eigenen Sehens und dessen Unvollkommenheiten vertraut.

  1. Kreimeier, Kraus: Traum und Exzess. Wien 2011. S. 7 [zurück]

George Orwell über Pazifisten

Dank Christopher Hitchens bin ich auf dieses, leider immer noch aktuelle, Zitat von George Orwell aufmerksam geworden. Es stammt aus seinem Essay Notes on Nationalism aus dem Jahr 1945.

The majority of pacifists either belong to obscure religious sects or are simply humanitarians who object to the taking of life and prefer not to follow their thoughts beyond that point. But there is a minority of intellectual pacifists whose real though unadmitted motive appears to be hatred of western democracy and admiration of totalitarianism. Pacifist propaganda usually boils down to saying that one side is as bad as the other, but if one looks closely at the writings of younger intellectual pacifists, one finds that they do not by any means express impartial disapproval but are directed almost entirely against Britain and the United States. Moreover they do not as a rule condemn violence as such, but only violence used in defence of western countries. The Russians, unlike the British, are not blamed for defending themselves by warlike means, and indeed all pacifist propaganda of this type avoids mention of Russia or China.

Werner Herzog über Avatar

Via libertas film magazine:

Yeah, making nature as the ultimate God. Whatever. It combines all the stupidities of our time, not only these two stupidities, but it’s somehow the embodiment of stupidity and I just can’t take it without ranting.

Bonus: An Evening with Werner Herzog (mehr…)

Noel Gallagher über seine Landsleute

The gig was a big ‚un, relatively speaking. 4000 people. Great vibe… (man). Only spoiled by a few drunken English cunts asserting their Englishness down the front. Why do English people insist on doing that?? It’s embarrassing… No wonder everyone hates them. Top night all the same.

(via Intro)

Über das Warten

In Bahnhofshallen und vor Bankschaltern, in Spitälern und auf Flugplätzen, an Straßenbahnhaltestellen und in Restaurants, in Amtsstuben, an Grenzübergängen und in Leichenhallen siehst du die Menschen warten, gelangweilt oder heiter, trübsinnig oder zukunftsgläubig, ungeduldig oder apathisch, du siehst sie warten und denkst: die warten auch. Aber das ist dir kein Trost. Du willst dein Leben nicht verwarten wie sie, du willst es nicht in den tiefen Schlund der Zeit werfen – Adieu, auf Nimmerwiedersehen –, du willst es in die Hand nehmen, du willst jede Sekunde nützen, wie es sich gehört. Und dann wartest du, genauso wie die anderen. Du wartest auf ein Bier, eine Suppe, einen Braten, einen Kaffee, du wartest auf den Abend, auf ein Mädchen, auf den Beischlaf, auf den Schlaf. Du wartest auf morgen, du wartest auf das Geld, das nie ankommt, wenn du es erwartest, du wartest auf die Liebe, auf einen Freund, einen Brief, auf ein Wort, du wartest auf den Sommer und auf den Winter, du wartest immer, du wartest. daß jemand deinen Trödlerladen betritt und dir etwas abkauft, einen Alten Stuhl mit nur drei Beinen, einen blinden Spiegel oder eine zerbrochene Vase, du wartest, daß es einmal besser wird, du wartest, daß etwas geschieht, was deinem Leben wieder einen Sinn geben könnte, du wartest auf Glück, du wartest auf Gnade, du wartest auf Segen, auf Milde und Verständnis und Vergebung, du wartest auf die Stunde deines Todes, du wartest auf die Auferstehung, aber du wartest vergeblich. Du gehörst nicht zu denen, die auferstehen werden; sollten jemals welche auferstehen, du wirst nicht dabei sein. Du warst, du bist, aber du wirst nicht sein. Du wartest umsonst.

(Dor, Milo: Die weiße Stadt. Wien 1994, S. 114-115)

Charles Bronson über das Theater

I have no interest in the stage anymore. From an audience point of view, it’s old-fashioned. The position I‘ve been in for the last eight years, I have to think that way. I can‘t think of theater acting for one segment of the population in just one city. That’s an inefficient way of reaching people.

(via Roger Ebert)

Moby = Dick

Moby outet sich in einem Interview mit der Zeitschrift Kochen ohne Knochen, als klassischer Sozialdarwinist:

Wer gebildet und erfolgreich ist, der raucht nicht. In den großen Firmen raucht keiner mehr, mal abgesehen von den Leuten in der Poststelle der ein paar Sekretärinnen. Vom Führungspersonal raucht niemand mehr, denn Rauchen wird als Zeichen von Schwäche angesehen. Ich finde es gesund und es macht Sinn, nicht zu rauchen. Ich verurteile Raucher ja nicht, aber es ist einfach ein dummes Verhalten. Und es ist ja nicht einmal eine Droge, die Spaß macht. Eine Führungskraft, die hier und da mal etwas Kokain schnupft, ist eher akzeptiert als eine, die raucht. Rauchen ist einfach nur noch eine ungesunde Zeitverschwendung. Deshalb ist es für mich auch immer ein Kulturschock, wenn ich nach Europa komme und so viele gebildete, erfolgreiche Leute rauchen sehe. Solche Menschen gibt es in den USA nicht mehr, und die Leute, die heute vor einem Bürogebäude stehen und rauchen – drinnen ist es nirgendwo mehr erlaubt – sind die, die in der Poststelle arbeiten und jene, die offensichtlich Probleme haben und wohl bald ihren Job verlieren.

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Bukowski II

Bukowski